Maisingsonntag 2016

Der Chor, der beim Singen Wolken verschiebt

Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen Region, Freitag, 29. April 2016

HORGEN Am 1. Mai hält der Männerchor Käpfnach
seinen
traditionellen Singsonntag in drei Alterswohnheimen in Horgen ab und lädt ein
zum Apéro.

Mit Freude sieht die junge Dirigentin Daniela Müller dem Singsonntag entgegen. Die 37-Jährige, die ihre musikalische Ausbildung in Zug absolviert hat, leitet den Männerchor Käpfnach seit einem Jahr und findet es eine spannende Erfahrung: «Ich habe bereits mit gemischten Chören zusammengearbeitet. Das Besondere am Männerchor ist der volle Klangteppich, der durch die reinen Männerstimmen entsteht.

Seit Anfang Jahr wird geprobt für das Konzert, das am 1. Mai drei Alterswohnheime in Horgen mit Musik erfüllen soll. Das Programm ist vielseitig: «Gesungen wird auf Deutsch, Italienisch, Rätoromanisch – Besinnliches und Lüpfiges», verspricht die Dirigentin, welche selber jodeln wird. Der Schöneggler Edy Meier wird den Chor mit seiner Handorgel begleiten. Der Chor feiert am kommenden Sonntag auch sein 150-Jahr-Jubiläum. 24 Sänger singen engagiert mit, im Alter von 50 bis 82 Jahren. «Wir suchen immer neue Mitglieder», erklärt Präsident Richard Müller. «Ich frage mich, wo sind die U50-Männer?», fügt die Dirigentin hinzu: «Trauen die sich nicht?» Die junge Chorleiterin jedenfalls hat, so der Präsident, «frischen Wind in den Chor gebracht».

Urchige Männerstimmen
Mittels origineller Bilder leitet die Dirigentin das Einsingen. Wolken werden verschoben mit einem stimmhaften w, geduscht wird mit einem sch, dann an den Frühstückstisch geeilt, weil man spät dran ist – die Übungen werden dem Alltag entnommen, und der Chor amüsiert sich, sie auszuführen, und singt sich dann mit Akkorden ein. Drei- bis sechsstimmig wird gesungen, je nach Stück.

Das italienische Lied «Quel mazzolin di fiori» klingt urchig mit den dicht verwobenen, warmen Männerstimmen, beruhigend. Ergreifend, romantisch «La Montanara», wobei abwechslungsweise eine der Chorstimmen den Namen der Sonnentochter ruft. Dabei

Dirigentin Daniela Müller übt mit dem Männerchor Käpfnach ein vielseitiges Programm ein. André Springer

fällt auf, wie hoch die Tenöre zu singen vermögen. Die Dirigentin variiert Lautstärke und Tempo. Die Intonation ist gut, der Chor singt leiser, langsamer, feierlich. «Ein lustiges Leben » schliesslich nimmt mit auf Wanderschaft: «Leute, hört, ich will euch singen», feierlich, voller Reisefreude und auch mit einem Hauch Melancholie «fahr ich in die Welt», nach San Francisco, Santa Fe, Sacramento. Bereits die Probe klingt vielversprechend; man hört keine falschen Töne.

Der Männerchor Käpfnach ist vielseitig engagiert. So tritt er am 27. Mai auf dem Dorfplatz Horgen auf und nimmt am Zimmerberg-Verbandsfest am 9. Juli teil, an welchem die Qualität des Chores von Experten bewertet wird. Ein bisschen nervös sei sie ja, gesteht die Dirigentin Daniela Müller. Zunächst freuen sich alle auf den Singsonntag. Vielleicht spornt der Auftritt ja weitere Männer zum Mitsingen an. Michèle Combaz Thyssen

Programm: 1. Mai: 9.15 Uhr Tödiheim, 11 Uhr Stapferstiftung, 12 Uhr
Begegnungszentrum Baumgärtlihof mit Apéro (öffentlich).
27. Mai: «Der Dorfplatz Horgen lebt».

Impressionen Staspferstiftung

Impressionen Baumgärtlihof

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